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Generation Praktikum
(22.03.2006)
Vielleicht liegt es an der fehlenden Routine der Schreiberin dieser Zeilen im Umgang mit Online-Jobbörsen, vielleicht auch am gesuchten Berufsfeld, aber beunruhigend ist es allemal: Der Großteil der angezeigten Jobangebote sind Praktika. Nun gut, könnte man sagen – Studenten machen Praktika, und da ist es doch toll, wenn so viele davon angeboten werden.
Richtig. Nur geht der Trend mehr und mehr dahin, dass sich eben nicht nur Studenten, sondern immer mehr fertige Absolventen in niedrigst entlohnten Praktika verdingen, um so die drohende Lücke im Lebenslauf abzufedern und auf eine Übernahme in Festanstellung oder einfach nur auf bessere Zeiten auf dem Arbeitsmarkt zu hoffen. Seitens der Absolventen ist das sicher eine sinnvolle Strategie, zumal sich durch das Praktikum die Qualifikationen und der eigene Marktwert steigern lassen.
Bedenklich wird es dann, wenn mehr und mehr Unternehmen hochqualifizierte Absolventen lieber als günstige Praktikanten für sich arbeiten lassen, als ihnen echte Einstiegsangebote zu machen. Kurzfristig lässt sich auf diese Weise eine Menge Geld einsparen, mittel- und langfristig verliert aber auch das Unternehmen, wenn es ihm nicht gelingt, vielversprechende Potenziale dauerhaft an sich zu binden. Junge Akademiker werden das Praktikum zähneknirschend als notwendiges Sprungbrett nutzen und dem Unternehmen schnellstmöglich den Rücken zukehren. Gelingt vorerst kein Direkteinstieg, wird der Absolvent sich auf seiner Deutschlandreise der anderen Art von einem Praktikum zu nächsten begeben, viel Know how, Berufs- und Branchenerfahrung sowie Betriebsinterna sammeln, und – wen würde es wundern? – seine Motivation unterwegs verlieren.
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